Bevor Kolumbus den südamerikanischen Kontinent entdeckte, lebten auf den heutigen Staatsgebiet von Venezuela indianische Gruppen und nomadisierende Jäger. Die erste Siedlung der Spanier wurde 1522 gegründet und mit den Namen Nueva Cadiz benannt. Die heutige Hauptstadt Caracas wurde 1567 erbaut. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die spanische Kolonie eher vernachlässigt, da sich die spanischen Eroberer mehr auf das Gold in anderen Teilen Amerikas konzentrierten. Der Anbau von Kaffee, Baumwolle und Kakao führte dazu, dass zahlreiche Sklaven nach Venezuela gebracht wurden, die die Kultur des Landes sehr prägten. Die Christianisierung indianischer Stämme begann im 17. und 18. Jahrhundert durch Missionare der römischen Kirche. Zunächst war das Land Bestandteil des Vizekönigreichs Neuspanien, jedoch gab es von 1797 bis 1821 immer wieder Versuche sich von der spanischen Herschafft loszulösen. Unter der Führung von Simon Bolívar gelang es 1821 letztendlich und Venezuela gehörte von nun an der neugeschaffenen Republik Großkolumbien. Wenige Tage nach dem Tod von Bolívar im Jahre 1830 erklärte sich Venezuela für selbstständig. 1864 wurde Venezuela schließlich in eine Bundesrepublik umgewandelt. Zwischen 1891 und 1896 kam es zu Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarstaat Kolumbien, die jedoch friedlich gelöst wurden. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde von der Diktatur von Juan Vicente Gómez bestimmt. Erst nach seinem Tod folgte die Liberalisierung des Landes durch Eleazar López Contreras. Er wurde zum ersten Präsidenten und führte die Demokratie in das Land ein. Der erste vom Volk gewählte Präsident wurde jedoch Rómulo Gallegos, allerdings blieb er aufgrund eines Putsch nicht lange im Amt. Von 1952 an kam der Diktator Marcos Pérez Jiménez an die Macht, der wegen seiner grausamen Folterungen bekannt war. Mit seinem Sturz im Jahre 1958 wurde Venezuela wieder eine Demokratie. Mit dem drastischen Abfall des Ölpreises 1983 brach ein wichtiger Wirtschaftszweig für Venezuela ab und das Land verfiel in eine Wirtschaftskrise. 1989 kam es dann zu Hungerrevolten, der sogenannten „Caracazo“, die nach ihrer gewaltsamen Niederschlagungen über 1000 Todesopfer forderten. Im Dezemeber 1998 wurde Hugo Chávez, Führer zweier Putschversuche gegen die venezolanische Republik, mit 56 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Zu seinen Zielen gehören die Schaffung und Stärkung einer möglichst direkten Demokratie, sowie die internationale und ökonomische Unabhängigkeit des Landes. Im Jahre 2002 scheiterte ein Putsch gegen die Regierung Chávez. In den Präsidentschaftswahlen von 2006 wurde Chávez mit 62,89 % der Stimmen aufs Neue in seinem Amt bestätigt. Er konnte sich gegen 18 weitere Kandidaten durchsetzen. Die Wahlbeteiligung war die höchste seit den Wahlen 1988. Chávez wird jedoch vorgeworfen gegen die freie Stimmabgabe zu verstoßen. Es sei auf Staatsangestellten Druck ausgeübt worden, für Chávez zu stimmen. Zudem wird die institutionelle Propaganda Chávez in den Medien kritisiert.SS