Venezuela grenzt im Norden an das Karibische Meer. Ob es dabei ähnlich wild zugeht, wie in dem Kassenknüller „Fluch der Karibik“ mit Jonny Depp, ist zumindest fraglich. Doch auch so hat das Land viel zu bieten, gilt es doch als das landschaftlich abwechslungsreichste Südamerikas. Um dem hiesigen Spanisch etwas näher zu kommen, lässt sich die Lektüre des Sprachführers „Spanisch für Venezuela“ aus der Kauderwelsch-Reihe des „Reise Know-How“ Verlags empfehlen.
Schon der amerikanische Sänger Harry Belafonte besang in einem seiner Lieder „Venezuela“. Der Name stammt angeblich vom Seefahrer Amerigo Vespucci, den die Pfahlbauten, welche die Eingeborenen über dem Wasser errichtet hatten, an die Stadt „Venedig“ erinnerten. Venezuela ist noch immer kein typisches Touristenziel wie andere südamerikanische Länder und gerade deshalb ein Geheimtipp. Das ganze Land besitzt unterschiedlichste Landschaftsformen und ist dabei fast dreimal so groß wie Deutschland.
Laut der Autoren des Sprachführers unterscheidet sich die Aussprache des venezuelischen Spanisch auch gar nicht so stark vom Deutschen. Sehr optimistisch gedacht, denn nach dieser Ankündigung folgen eine Unmenge an Beispielen, in welchen sich die Ausdrücke der beiden Sprachen dann doch stark unterscheiden. Ein Vorteil gegenüber dem „spanischen Spanisch“ ergibt sich für fleißig lernende Deutsche dann aber doch. Das „ce, ci und das z“ werden in Venezuela wie „s“ ausgesprochen und nicht wie etwa das englische „th“. Die Sprache klingt weicher als in Spanien und auch „Venezuela“ ist unter diesen Umständen leichter auszusprechen als „España“.
Aufpassen muss man auch bei der Betonung der Silben. Wenn man dem Papa einer Freundin erstmals vor die Augen tritt, so sollte man tunlichst die zweite Silbe betonen (papá). Tut man dies nicht, wird er wahrscheinlich wütend, da das unbetonte „papa“ übersetzt „Kartoffel“ bedeutet. Obwohl die in Deutschland so beliebte Kartoffel aus den Anden stammt und somit auch aus Venezuela, besteht das Nationalgericht „Pabellón Criollo“ aus Reis, Bohnen und Rindfleisch. Vielleicht war die Verwechslungsgefahr mit einem jähzornigen Papá einfach zu groß.
Groß sind auch die regionalen Unterschiede der Essenskultur, etwa zwischen den Anden und der Karibikküste. Um diese kulinarische wie landschaftliche Vielfalt besser kennenzulernen, ist sowohl der Küche als auch der Natur ein Kapitel im Sprachführer gewidmet. "Unterwegs" ist man vor allem in der Hauptstadt Caracas mit der modernen Metro oder Taxen. Fahrer, die ohne behördliche Genehmigung mit ihren privaten Autos Taxidienste anbieten, werden wohl nicht ohne Grund „Piratas“ genannt. Die Mitfahrt mit diesen Ganoven ist mit Sicherheit ein Abenteuer, allerdings auch eines auf eigene Gefahr.
Ob sie nun ähnlich gefährlich sind wie die „Piratas“ in dem Film „Fluch der Karibik“, muss wohl jeder selbst herausfinden. Wenn man sich aber an einem der Traumstrände des Karibischen Meeres befindet und sich ein wenig abkühlen möchte, ist es doch beruhigend folgenden Satz im Sprachführer wieder zu finden: „¿Hay tiburones en esta zona?“ (Gibt es hier Haie?)